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„Ich bin starke Frauen gewohnt.“

Peter Beck ist eigentlich Unternehmensberater. Seit diesem Jahr aber darf er sich auch Krimi-Autor nennen, denn er hat einen überraschend rasanten Wirtschaftsthriller vorgelegt — „Söldner des Geldes“ — der schon vielversprechend beginnt:

Ein Hubschrauber zerschellt in den Schweizer Bergen. An Bord: ein schwerreicher Scheich, als Bodyguard die umsichtige Ex-Polizistin Anna und der Pilot. Anna hatte kurzfristig den Auftrag erhalten, den Scheich heil zu einem geheimen Ort zu bringen. Dabei war sie eigentlich mit ihrem Chef Tom Winter zu einem Liebeswochenende verabredet, Winter leitet die Sicherheitsabteilung einer Schweizer Privatbank. Auf Seite 2 des Buches stirbt Anna an der Seite eines in Flammen stehenden Scheichs. 

Winter ist getroffen und ahnt schnell: auf den Scheich wurde ein Anschlag verübt und ausgerechnet Anna, die ihn beschützen sollte, hat die Minibrandbombe mit an Bord des Fluggeräts gebracht. Winter zieht los, um die Morde aufzuklären und gerät dabei auf die Spur eines international gewebten Interessengeflechts aus Ölmilliarden, Infrastrukturprojekten, skrupellosen Fonds Managern und Korruption. (Hier lesen Sie meine Rezension zum Buch „Söldner des Geldes“) 

Ein Interview mit Peter Beck.

Peter Beck, Auto "Söldner des Geldes"

Herr Beck, Sie blättern in Ihrem Krimi „Söldner des Geldes“ einen internationalen Plot auf, mit komplizierten Verflechtungen zwischen den handelnden Personen. Wie haben Sie sich den Plot ausgedacht? 
Peter Beck: Ausgangspunkt der Geschichte ist die Hauptfigur Tom Winter, Sicherheitschef einer Bank. Ich habe zuallererst ihn entwickelt. Ich wollte einen neuen, modernen Helden. Keinen Kettenraucher, keinen versoffenen Privatdetektiv, aber auch keinen Superhelden. Meine Vorbilder sind George Smiley aus John Le Carré’s Agentenromanen und Jack Reacher, Lee Child’s ehemaliger Militärpolizist. Ich habe mir überlegt, was sie erfolgreich macht und daraus Tom Winter geformt.

Dann brauchte es eine Atmosphäre. Le Carré hat vor dem Hintergrund des Kalten Krieges geschrieben. Ich überlegte mir: Was ist heute wichtig? Das war 2008 während der Finanzkrise. Also habe ich mich entschieden, diese Welt des Geldes als Leinwand zu nehmen. Figur und Hintergrund waren damit festgelegt und den roten Faden hatte ich ohnehin im Kopf.

Ich habe dann Fälle aus der Presse, Erzählungen von Kollegen, eigene Erfahrungen und ein bisschen Fantasie sinnbildlich gesprochen in einen Mixer getan, geschüttelt und herausgekommen ist ein Plot, der von allem ein bisschen hat.

 

Heißt Ihre Hauptfigur deshalb Winter, als Anspielung auf den kalten Krieg und als Hommage an Le Carrè?
Nein. Ich wollte einen Namen, der international gängig ist. Denn mein Traum ist, dass „Söldner des Geldes“ auf Englisch veröffentlicht wird. Ich habe lange nach einem Namen gesucht und Winter hat dann irgendwie gepasst. Winter ist cool.

 

Tom Winter ist wortkarg, draufgängerisch, athletisch, mag exotische Frauen – damit hat er viel von James Bond. Absichtlich?
Ich habe nicht an James Bond gedacht, als ich den Thriller geschrieben habe. Der Verlag hatte irgendwann die Idee, Winter als den „Alpen-James Bond“ zu vermarkten. Aber natürlich habe ich alle Bond Filme gesehen, und die haben mich schon geprägt.

 

Wie viel von Ihnen steckt in Tom Winter?
Ich bin sicher nicht wie Tom Winter. Der Thriller trägt keine autobiografischen Züge. Allerdings habe auch ich lange Judo gemacht, deshalb ist auch Tom Winter ein Judoka. Im sportlichen sind wir uns zumindest nicht unähnlich. Im Gegensatz zu Winter bin ich aber eher introvertiert und vorsichtig.

 

Wollten Sie schon immer einen Krimi schreiben?
Ich selbst lese sehr gerne Thrillers, meistens auf Englisch. Manchmal hatte ich beim Lesen das Gefühl, das hätte ich auch gekonnt – vor allem, wenn die Geschichte nicht hundertprozentig überzeugend war. Und irgendwann hat das Timing dann gepasst: Am Anfang meiner Selbständigkeit als Unternehmensberater hatte ich noch mehr Zeit, noch nicht so viele Aufträge, und da habe ich angefangen zu schreiben.

 

Die beiden Frauen in Ihrem Krimi sind nicht blond und langbeinig. Anne ist gradlinig und professionell, Fatima lebensklug und Topmanagerin. Sind das Ihre Erfahrungen mit Frauen?
Ich bin von Haus aus Organisationspsychologe; das heißt, die ersten fünf Jahres meiner Erwachsenensozialisation war ich als Mann in der Minderheit. Im Studium waren 70 bis 80 Prozent Frauen. Ich bin es also schlicht gewohnt, starke Frauen um mich zu haben.

Im Gegensatz zu Bond wollte ich keine Barbie als Nebenfigur, keine Blondine. Ich wollte aber auch nicht wie bei Stieg Larsson und seiner Salander-Trilogie eine weibliche Hauptfigur, die schmächtig ist und immer Schwarz trägt. Ich wollte eine exotische Frau, eine geschäftlich erfolgreiche, mit einem anderen kulturellen Hintergrund. Ich habe zwei Jahre in England den MBA gemacht und dort Menschen aus der ganzen Welt kennen gelernt, aus Indien und Afrika. Wegen der kulturellen Unterschiede war es manchmal schwierig, diese wirklich zu verstehen. Und ich habe für die Hauptfigur Winter jemanden gesucht, mit dem er sprechen kann, außer mit seinen Kumpels. Und das ist Fatima.

 

Anne stirbt auf Seite 2, Fatima überlebt, trotz lebensgefährlicher Situationen, in die sie und Winter sich bringen. Ihr Buch hat im eigentliche Sinne kein Ende. Planen Sie eine Fortsetzung?
Das Ende ist tatsächlich so aufgebaut, dass die Beziehung zwischen Winter und Fatima offen bleibt. An sich würde ich gerne einen zweiten Tom Winter schreiben. Aber ich habe mich noch nicht entschieden. Ich muss ja auch mein Geld verdienen und will mir jetzt erst mal ein halbes Jahr Zeit lassen.

 

 

Söldner des Geldes“  ist im emons-Verlag erschienen und kostet 10,90 Euro.

 

 

Foto: www.peter-beck.net

 

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