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Gedanken gegen Sexismus.

Brüderle sei fast gedankt. Jetzt weiß Deutschland: Frauen setzen ihre Themen und fordern neue Regeln ein. Das sagt Antje Schrupp. Feministin, Bloggerin.  

 

Feministin Antje Schrupp mit Gedanken zum Sexismus


Frau Schrupp, sie setzen sich seit drei Jahren in Ihrem Blog mit der weiblichen Freiheit auseinander. Haben Sie sich über die Artikel im Spiegel und Stern gefreut, die die Sexismus-Debatte ausgelöst haben?
Ja, ich habe mich gefreut. Für mich ist es interessant zu erfahren, wie Politiker sich Frauen gegenüber verhalten, welche Vorstellung sie vom Geschlechterverhältnis haben. In der normalen Berichterstattung erfährt man darüber ja nicht viel. Aber ich hätte nicht gedacht, dass die beiden Artikel so eine Welle auslösen würden …

 

Was hat Sie an der anschließenden Diskussion um Alltags-Sexismus in Zeitungen, im Radio und Fernsehen am meisten überrascht?
Ich kann gar nicht sagen, dass mich diese Diskussion so überrascht hat. Erstaunlich fand ich vor allem, dass viele Männer sagten, das haben wir so nicht gewusst! Das kann ich mir auch gut vorstellen, dass man es nicht weiß, wenn man nicht so oft darüber spricht.

 

Manche KommentatorInnen haben genau diese Reaktion auch aufgegriffen, es aber eher als Feigenblatt-Argument gesehen und gemeint: Jetzt tun die Männer so, als wüssten sie nichts von Sexismus im täglichen Umgang …
Wissen und Wissen sind ja zwei Sachen! Einmal kann man etwas intellektuell erfasst haben, aber es muss nicht in Fleisch und Blut übergegangen sein. Wenn man eine Erfahrung nicht selber macht, ist das Wissen auch immer ein bisschen abstrakt.

Das Interessante an dieser Diskussion ist letztlich aber nicht, was Männer dazu gedacht und gesagt haben. Das eigentlich Interessante ist, dass Frauen offensichtlich jetzt dazu in der Lage sind, andere Regeln einzufordern. Was Männer machen oder nicht machen, ist deren Sache. Bisher aber war es so, dass Frauen nicht die Positionen hatten, ihre Sicht zu thematisieren oder in den Redaktion einzufordern.

Sternartikel: Der Herrenwitz

Sternartikel von Himmelreich

Annett Meiritz hat sich im Spiegel mit den Piraten einen Gegner ausgesucht, bei dem erst einmal alle applaudieren. Dieser Artikel aber war die Voraussetzung für den Artikel im Stern, weil sich die Autorin Laura Himmelreich  darauf beziehen konnte, nach dem Motto: Am Beispiel der Piraten wurde das ja auch schon beschrieben, jetzt schreibe ich es über Brüderle. Und dann hat sich gezeigt, dass sie ganz viel Unterstützung von Journalistinnen aus anderen Redaktionen bekam.

Das heißt für mich: Frauen haben in den Redaktionen – und übrigens auch sonst in der Gesellschaft – inzwischen bestimmte Positionen erreicht und einen gewissen Einfluss. Es gibt viele Frauen, die offensichtlich nicht mehr bereit sind, sich anzupassen, sondern die sagen: Wir setzen jetzt unsere Themen.

 

Hat die Debatte um Frauenquote, Führungspositionen und die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen im Beruf und in der Gesellschaft, die wir im vergangenen Jahr intensiver als sonst geführt haben, dabei geholfen?

Ich glaube schon, dass das in dem Zusammenhang steht. Wir befinden uns meiner Meinung nach mitten in einem Umbruch. Bis vor einiger Zeit haben wir noch darüber gesprochen, wie Frauen gleichberechtigt sein und die gleichen Chancen haben können wie Männer. Jetzt reden wir darüber, wie Frauen Sachen anders machen wollen als es reine Männergruppen bisher gemacht haben. Das steckt auch hinter der Quote!

Und genau das ist die Diskussion, die wir brauchen. Das ist die neue Qualität dahinter. Es geht nicht mehr darum, dass Frauen auch das machen wollen, was Männer tun. Sondern es geht darum, wenn Frauen mitgestalten in Politik, Journalismus, Wirtschaft etc., dann werden sich auch die Spielregeln dort ändern. Dann kann es nicht so bleiben, wie es bisher war, nur dass jetzt auch Frauen mit dabei sind.

 

Zurück in den Sack kriegt ihr das nicht mehr haben Sie in einem Ihrer Blogeinträge deshalb auch geschrieben. Was wird von den ausgetauschten Argumenten und Gedanken um weibliche Diskriminierung im (Berufs-)Alltag hängen bleiben? 
Ich denke mir, dass diese Referenz bleiben wird, dass es ausgesprochen wurde. Das Problem ist ja immer, wie verhalte ich mich als Frau in diesen kleinen, lästigen alltagssexistischen Situationen? Da steckt man immer in einem Dilemma, dass es einerseits übertrieben wirkt, sich darüber aufzuregen, weil es ja eigentlich nicht so furchtbar schlimm ist. Auf der anderen Seite ist es aber auch unbefriedigend, das einfach zu schlucken!

Jetzt hat man eine Referenz. Da kann man sagen: Hier Alltagssexismus! Stichwort Brüderle! Dann muss ich es nicht lang erklären, sondern alle wissen gleich, was gemeint ist. Die Diskussion, die jetzt geführt wird, hat Alltagssexismus sichtbar gemacht, und darauf können wir in Zukunft aufbauen.

 

Aus Liebe zur Freiheit“ haben Sie Ihr Blog untertitelt, Frau Schrupp. Was treibt Sie an, sehr regelmäßig und ausführlich zu bloggen?
Ich bin Politikwissenschaftlerin und mache mir Gedanken über alles Mögliche. Und für mich ist es sinnvoll, diese Gedanken aufzuschreiben, damit ich sie nicht vergesse. Dafür habe ich das Blog. Die Aussicht, dass auch andere das lesen, es Diskussionen darüber gibt, dass die Gedanken weitergeführt werden, motiviert mich dazu noch mehr, als wenn ich alles einfach in ein Notizheft schreiben würde.

 

Missionarischer Eifer?
Ja, ich habe schon in gewisser Wiese einen missionarischen Eifer, weil ich eine bestimmte Vorstellung von Feminismus habe, die sich auf die Freiheit der Frauen bezieht und nicht auf ihr Unterdrücktsein oder ihre Stellung im Verhältnis zu den Männern. Von daher möchte ich gerne intervenieren, wenn in Feminismusdiskussionen meiner Meinung nach etwas schief läuft. Da möchte ich mitreden. Aber vor allen Dingen will ich meine eigenen Gedanken festhalten. Wenn ich sie nicht aufschreibe, sind sie irgendwann wieder weg.

 

Sie bezeichnen sich als Feministin, ein Begriff, der in der Öffentlichkeit eher einen negativen Anstrich hat und der auch in der öffentlichen Wahrnehmung nur noch selten auftaucht …
Feminismus war ja noch nie der Knüller! Auch zu Hochzeiten der Frauenbewegung war nur eine Minderheit von Frauen Feministinnen und die Mehrheit der Gesellschaft fand das falsch. Wenn man die jungen Frauen von heute mit den jungen Frauen der 70er Jahre vergleicht, dann glaube ich, dass die heutigen feministischer sind als die damaligen.

Ich nenne mich selber zwar Feministin, aber ich finde das Wort auch problematisch, weil es suggeriert, dass man damit eine bestimmte inhaltliche Position vertritt. Ich bin der Meinung, dass Feminismus keine bestimmte inhaltliche Position beschreibt, sondern eine Herangehensweise an kulturelle und gesellschaftliche Fragen, die die Geschlechterdifferenz ernst nimmt.

Also, eine Feministin ist für mich eine Frau, die sagt, wir müssen uns mit dem Verhältnis Männer und Frauen beschäftigen, weil es eben nicht egal ist. Aber WIE, dazu gibt es viele unterschiedliche feministische Ansichten.

Das Interview hat Dani Parthum am 8. Februar 2013 geführt.


Wenn Sie jetzt Lust bekommen haben, sich mit dem feministischen Blick auf die Gesellschaft näher zu beschäftigen, hat Antje Schrupp zwei Buchempfehlungen für Sie.
In eigener Sache …
Antje Schrupp „Was wäre wenn? Über das Begehren und die Bedingungen weiblicher Freiheit“
Und Ina Praetorius Abhandlung gefällt ihr: „Weit über Gleichberechtigung hinaus … Das Wissen der Frauenbewegung fruchtbar machen“

 

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