Krank? Ach Quatsch!

Jedes Mal! Also, wirklich jedes Mal schätze ich meine Erkältung falsch ein. Die Nase beginnt zu laufen oder der Hals fängt an zu kratzen, und ich sage mir: „Ist morgen bestimmt wieder weg“. Dann gehe ich zur Arbeit und merke spät, aber ausführlich, wie sehr mir diese Erkältung schon meinen Kopf blockiert. – Äh, was wollte ich doch eben noch … ? – Ich melde mich für den nächsten Tag krank und meine Chefin fragt, ob sie auch für den übernächsten Tag Ersatz suchen soll. Meine Antwort: „Nee, Quatsch. So lange dauert das nie bei mir!“

Früher war das so. Wirklich? Wann war früher? Mit 10? Oder 30? Jetzt bin ich 50 und muss mich fragen, ob meine Erinnerungen nur Einbildung sind. Ich weiß zwar genau, dass ich mich ‚früher‘ nie länger als zwei Tage hintereinander krank melden musste. Aber ob das damals schon nur mithilfe von Radikal-Medikamenten funktionierte, daran erinnere ich mich nur nebulös. Überhaupt – radikal: eine Hausärztin empfahl mir vor vielen Jahren, bei den ersten Anzeichen einer Erkältung 3 mal 2 ASS plus Vitamin C pro Tag zu nehmen. Da ich einen Pferdemagen habe, funktioniert dieses Rezept auch heute noch ganz gut. Dafür aber kommen die Halsschmerzen dann nach ein paar Wochen zurück. Auch kein guter Handel …

Eines weiß ich genau: Fieber ist und bleibt für mich ein Alarmsignal. Erstens bin ich schon von den Genen her eher untertemperiert mit durchschnittlich 36,5 Grad Körpertemperatur, und zweitens fühle ich mich ab 38 Grad so koddrig, dass ich für meine berufliche Umgebung eher Last als Lust bin. Ach ja, und gesundheitsschädlich ist das Arbeiten mit Fieber ja auch.

Übrigens: Am Montagabend hatte bei mir das Frösteln begonnen. Am Dienstag bekam ich Fieber. Heute ist Freitag und ich habe noch immer Kopfschmerzen, Halsweh und – neuerdings – eine verstopfte Nase. Das Sprechen fällt mir schwer. Als ich gestern, Donnerstag, gefragt wurde, ob ich denn am kommenden Montag auch wirklich ein geplantes Seminar halten kann, sagte ich: „Klar! Das könnte ich wahrscheinlich schon morgen!“

Kirsten Kahler, März 2012

0 Kommentare

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.

zurück