Gesucht: Das gefährlichste Finanzprodukt.

CDO, ABS, ETF — hinter diesen Kürzeln stecken komplizierte Anlagepapiere, die Banken verkaufen. Immer noch, obwohl die Finanzkrise gezeigt hat, was diese konstruierten Geldanlagen anrichten können. Vor allem die CDOs waren die Brandbeschleuniger der Krise, an der Europa noch heute leidet.   

 

Sven Giegold

Da solche Papiere und viele andere, für die Volkswirtschaft unsinnige Finanzprodukte, weiterhin in ungezügeltem Maße ausgegeben und gehandelt werden, hat sich der Grünen-Abgeordnete im Europäischen Parlament Sven Giegold einen Wettbewerb ausgedacht:

Er sucht Europas gefährlichstes Finanzprodukt!

Und jeder ist aufgefordert, mitzumachen, nicht nur Fachleute sollen eifrig vorschlagen. Sondern auch Sie! 

 

 

Giegold hat dazu eigens ein  Portal ins Internet gestellt: www.gefaehrlichstes-finanzprodukt.eu 

Auf dem Portal können Sie auf diesem Formular Ihren Vorschlag einreichen.

„Gefährlich“ müssen dabei nicht nur die oben zitierten CDOs, die Kreditversicherungen, sein. Gefährlich für Anleger sind auch Produkte, die ihnen Berater regelrecht aufschwatzen, wie den Kauf eines Hauses, für den die Anleger dann hohe Kredite unterschreiben. Oder Unternehmensanleihen: Ein sinnvolles Instrument für Wirtschaft und Anleger. Bei Unternehmensanleihen geben Anleger einem Unternehmen quasi ein Darlehen, den es gut verzinst und am Ende der Laufzeit zurückzahlt. Aber auch hier tummeln sich viele dubiose Anbieter, die nur eines im Sinn haben: Unwissende und Gutgläubige abzuzocken. Z.B. mit einer „bombensicheren Anlage“ in eine Firma, die bei genauem Hinsehen erst kurz existiert und Teil eines undurchsichtigen Firmennetzes ist. Hier kann der Totalverlust drohen. Also auch gefährlich! 

Einsendeschluss für die Vorschläge ist der 15. Februar 2013.

Die Jury bewertet die Vorschläge dann bis zum 25. Februar und dann kann bis zum 3. März online darüber abgestimmt werden, welches Finanzprodukt das gefährlichste ist. 

Sven Giegold will sich anschließend dafür einsetzen, dass dieses Produkt vom Markt genommen wird.

Natürlich ist das symbolisch. Die Aktion aber hat Gesprächswert und weist auf einen sehr ernsten — und frustrierenden — Hintergrund hin: dass die Politiker Europas die Ursachen der Finanzkrise immer noch nicht angegangen sind und vor allem ausgemerzt haben — trotz zahlreicher Lippenbekenntnisse, gerade auch von deutscher Seite, von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie hatte nach Ausbruch der Krise versprochen: kein Markt, kein Produkt und kein Akteur soll mehr ohne Aufsicht bleiben. Das aber ist nicht passiert. 

 

 

0 Kommentare

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.

zurück