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Gedanken einer Mutter

von Stephanie Lavoie, 13.November 2013 

Haben Sie Kinder? Haben Sie auch ständig das Gefühl, schon wieder eine Kerze mehr anzuzünden? Auf der selbstgebackenen Geburtstagstorte meine ich. Noch ein Jahr. Und noch ein Jahr… Menschenskinder, wie die Zeit rennt!

Schon oft habe ich mir Dinge vorgenommen, die ich mit meinen Sprösslingen unternehmen wollte. Und dann – ratzfatz — versickerten diese Vorhaben im schnelllebig-trubeligen Alltag. Geht Ihnen bisweilen sicher auch so.

Ich habe da so etwas, das nenne ich „meine Mama-Vorsätze„. Und diese mögen bitte niemals verloren gehen, denn sie liegen mir ganz besonders am Herzen!

19 Dinge, die ich niemals bereuen werde mit meinen Mäusen zu tun: 

 

  1. Ihnen beim Schlafen zuschauen. Es gibt kaum etwas Friedlicheres als ein selig schlummerndes Kind. Selbst mein zuweilen tagsüber teuflisch aufgelegter Sohnemann hat spät abends — zwischen Tigern und Teddybären ruhend — ein geradezu engelhaftes Antlitz. Ich könnte stundenlang an seinem Hochbett verweilen, seinem rhythmischen Atmen lauschen und in sein sanftmütiges Gesichtchen blicken. Diese Szene erdet mich, mehr als Yoga und jede Massage. Om. 
     
  2. Ihnen täglich sagen, dass ich sie liebe. Und sie das auch spüren lassen. “Ich liebe Dich” ist ein kraftvoller Satz; er kann Stimmungen verändern und Wunden heilen. Ein Kind kann diesen nicht oft genug hören. Und der glückselige Gesichtsausdruck, den ich damit ernte, ist unbezahlbar.
     
  3. Gemeinsam fortbilden. “Können Schmetterlinge pupsen?”, fragte mich Dreikäsehoch Yannic mit seinen damals drei Jahren. Meine erste Reaktion: „Wie bitte? Wie kommst Du denn auf diese Frage?“ Meine zweite: „Das googeln wir!“ Meine Monster stellen mir Fragen — so viele Sterne bietet der Nachthimmel nicht! „Gibt es unter den Affen auch Linkshänder?“, „Warum heißt Haar eigentlich Haar?“ oder: „Wer hat das Klopapier erfunden?” Sie glauben gar nicht, was ich kraft der Wissbegier meiner beiden Süßen schon alles erfahren habe. Ich liebe ihre Fragen. Und ich liebe meine Google-Apps. Dank beider bin ich heute deutlich klüger.

     

  4. Ihnen die Welt / unsere Umwelt öffnen. Dass wir uns bei unserem Venedig-Trip nur mit Booten fortbewegten, fand meine Tochter “weltklasse”. Dass uns am Dubai-Airport ausschließlich verschleierte Frauen empfingen, empfand sie als furchteinflößend. Irgendwann in naher Zukunft möchte ich mit meinen Kiddos einen Trip zum Addo Elephant Park nach Südafrika machen. Vor ein paar Jahren meinte mal jemand: “Wie kannst Du mit zwei kleinen Kindern durch die Weltgeschichte fliegen? Ich würde ja lieber zuhause bleiben.” Ganz ehrlich, die kostbarsten gemeinsamen Erinnerungen entstammen unseren Trips. Dem verregneten Zelt-Wochenende in Gudow, genauso wie dem Winter-Wunderland-Aufenthalt im verschneiten Vorarlberg. Und wenn wir nicht reisen, dann erkunden wir unseren Planeten auf andere Art und Weise. Wir gucken in die Sterne etwa, oder gehen ins Museum. Und das Beste daran ist: Wir teilen unsere Eindrücke und Erfahrungen.

     

  5. Nicht an einer Ansammlung von Verfehlungen festhalten. Auch wenn ich meiner werten Tochter zwei Stunden zuvor noch hätte den Hals umdrehen wollen, weil sie ihr Zimmer mal wieder dem Chaos überlassen und das Gartentor nicht verschlossen hatte (unseren Vierbeiner namens Charlie Brown musste ich einfangen, zum 55. Mal in den vergangenen Wochen). Das ist kein Grund missmutig “Gute Nacht” zu sagen. Es gibt strikte Regeln, und — logo — Konsequenzen für deren Nichteinhaltung. Vor allem aber herrschen in unserem Haus Liebe und Wärme. Und den eigenen Sprössling mit den Worten „ich habe Dich lieb“ in die Decke zu lullen, verschafft ihm eine deutlich entspanntere Nacht, als mit dem Gefühl „Mami ist böse“ einzuschlafen.

     

  6. Ihnen in die Augen schauen. Aufmerksamkeit schenken! Nichts zeigt deutlicher: “Es bedeutet mir etwas, wenn Du mit mir sprichst.” Ich möchte, dass meine Lütten später Momente erinnern, in denen ich ihnen in die Augen geschaut und sie angelächelt habe. Auch wenn das für mich bedeutet: Ipad ausstellen, Telefon weg- oder die To-do-Liste aus der Hand legen! Interesse zollen heißt auch, das Wertgefühl des Gegenübers zu stärken.

     

  7. Ihre Hilfe annehmen, auch wenn das bedeutet, dass es doppelt so lange dauert. Kochen ist meine Leidenschaft. Die meiner Tochter neuerdings auch. Klar, wenn Fräulein Paulina die Zutaten für den Snickers-Cheesecake abmisst und zu einem Torten-Wunderwerk verarbeitet, dauert es ein bisschen länger. Schließlich lernt sie ja erst. Das Gleiche gilt für: Fenster putzen, Wäsche falten, Küchenboden feudeln…. Allesamt Lebenskompetenzen! Mal im Ernst — ich würde ihr einen Bärendienst erweisen, wenn ich ihr diese nicht beibringen würde.

     

  8. Ihren Erzählungen lauschen. Gemeinhin dokumentieren die Stories meiner Kinder das, was sie massiv bewegt. Es ist ein Geschenk und eine Chance, ihre Freuden, Sorgen und Ängste mit ihnen teilen zu dürfen. Tatsächlich bilde ich mir ein, dass ich auf diese Weise auch vorbeugen kann, und sie mittels Gesprächen vor etwaigen Gefahren beschützen kann.
     
  9. Ja” sagen, obwohl es einfacher wäre “nein” zu sagen. “Mami, wollen wir Uno spielen?” “Ach weißt Du, Engelchen, ich muss noch die Betten beziehen und an der Steuererklärung arbeiten.“ Irgendwie hält der Alltag in der Regel andere Pläne für mich bereit. Dabei bringt Uno spielen, Toffifee futtern und dabei gemeinsam lachen doch viel mehr Spaß! Manchmal müssen Betten und Steuererklärung eben warten. Auch wenn das bedeutet, dass ich abends später ins Bett komme. Beim Einschlafen erfreue ich mich dafür an der Erinnerung an unsere Mußestunde.
     
  10. Nein” sagen, auch wenn es einfacher scheint “ja” zu sagen. “Moritz hat aber auch “Transformers” gesehen….” Solche Sprüche kennen Sie sicher. “Sorry, kleiner Mann, und wenn Deine gesamte Klasse Transformers gesehen und dazu obendrein noch Bier getrunken hat, aber der Film ist nichts für Dich, jedenfalls noch nicht.” Wie einfach wäre es jetzt “ja” zu sagen – schließlich haben ja ausnahmslos alle Siebenjährigen im Umkreis meines Sohnes den begehrten Science-Fiction-Streifen (Altersfreigabe FSK12!) geschaut. Manchmal muss die Antwort “nein” lauten, auch wenn jeder andere “ja” zu antworten scheint.

     

  11. Gemeinsam den Horizont erweitern. Mitunter liegen wir drei bäuchlings auf dem Boden und schmökern im Welt-Atlas. Wir träumen von fernen Ländern, erzählen von fremden Kulturen und lernen Geschichtliches. Dass ich dabei war, als die Mauer fiel, ist für meine Mäuse “ganz großes Kino”. Und dass ihr Uropi im zweiten Weltkrieg zu Fuß von Breslau nach Potsdam gelangt ist, ist für meine Vielflieger-Kids einfach nur “mirakulös”.

     

  12. Sie ermutigen Kind zu sein. Die große Eiche im Park hinter unserem Haus – wie gern bin ich als Kind da raufgeklettert! Wenn heute mein Engelchen den mittlerweile wohl doppelt so dicken Stamm erklimmt, möchte ich sie am liebsten daran hindern. Sie könnte ja abrutschen und sich ein Bein, oder gar das Genick brechen. Natürlich ändert sich die Perspektive, wenn man erwachsen ist und die Verantwortung für jemanden trägt. Aber Kinder müssen ausprobieren und erforschen dürfen. Und — auch wenn ich mich als Mama so manches Mal über Grasflecken und den riesen Haufen dreckige Wäsche ärgere — als neugieriges kleines Menschenkind habe ich mich auch durchs Gebüsch geschlagen und im Matsch gespielt.

     

  13. Ihnen die Wirksamkeit der Worte “bitte” und “danke” lehren. Erklärung überflüssig! Höflichkeit ist Trumpf. Und ich bin begeistert, wenn ein Kind in seinem Sprachrepertoire über diese so kraftvollen Worte verfügt. In einigen Familien scheinen gute Manieren aus der Mode gekommen zu sein. Dabei kann man mit kulantem Ausdrucksstil doch so viel erreichen.

     

  14. Verzeihung!” sagen. Bin ich unfehlbar? Nein! Ich vermassele Dinge und mache Fehler. Wie jeder andere Mensch. Gestern habe ich meinen kleinen Schlendrian angeblökt, weil wieder mal seine dreckigen Stutzen mitten im Zimmer lagen. Dabei stellte sich heraus: Die müffelnden Teile hatte unser Hund aus dem Wäschekorb geklaut. Der hat nämlich ein Faible für stinkende Wäsche. Eltern müssen in der Lage sein, „Entschuldigung“ zu sagen. Nur so erlernen Kinder die wertvolle Fähigkeit sich entschuldigen zu können.

     

  15. Ihnen beibringen, respektvoll mit anderen umzugehen. Ein Klassenkamerad meines Sohnes ist ungewöhnlich schmächtig für sein Alter und hat zudem eine auffällige Flechte. Fussball spielen kann er auch nicht – eine, Sie können es sich denken, immens wichtige Eigenschaft in den Augen der Buffer-begeisterten Siebenjährigen. Wie schnell wird solch ein kleines Menschenkind gehänselt, von Gleichaltrigen, die es nicht besser wissen. Es ist mir wichtig, dass meine Lütten verstehen, was Achtung und Akzeptanz bedeuten. Und dass sie lernen, dass “anders” sein nicht gleichbedeutend ist mit “weniger wert”. Wir sind selbst andersartig, denn wir leben als Deutsche in den USA, ergo in einer differenten Kultur. Und natürlich wünschen wir uns, dass man uns und unseren Traditionen und Vorstellungen mit Toleranz und Würde begegnet.

     

  16. Den Wert von Arbeit spüren lassen. Der November ist unser Geburtstagsmonat, in den kommenden Wochen dürfen wir alle vier unseren Ehrentag feiern. Folglich ist das Hauptthema in unserem Haus momentan: Geschenke! Vor ein paar Tagen kommt mein Sohnemann zu mir: “Mami, ich möchte Paulina das neue Percy Jackson Buch schenken. Aber in meiner Sparbüchse sind nur sieben Dollar.” Meine Süßen erhalten kein Taschengeld, aber sie können sich durch kleinere Jobs ein paar Münzen verdienen. Genau das hat er getan, indem er den Kamin sauber gemacht hat. Mit seinem Verdienst und dem Geld aus der Sparbüchse hat er — mit stolz geschwellter Brust — seiner Schwester ein Geschenk gekauft. Ich möchte, dass meine Kinder wissen, dass Arbeiten im Leben von Bedeutung ist und dass ein gutes Arbeitsethos (zupacken ohne zu klagen) eine ausgezeichnete Qualifikation darstellt.

     

  17. Wohltätigkeit” und “Nächstenliebe” praktizieren. Ich wünsche mir, dass meine Beiden die Welt jenseits von uns und ihrem behüteten Zuhause sehen. Dass sie lernen zurückzugeben und sich um andere zu kümmern. Und dass sie den Drang verspüren, die Welt, in der sie leben, zu verbessern. Dass sie sie im positiven Sinne verändern möchten. Um dessen fähig zu sein, und um andere Menschen akzeptieren und lieben zu können, müssen sie natürlich erst Mal sich selbst achten, und sich gut leiden können. Ich versuche ihnen ein gutes Vorbild zu sein. Auch wenn ich nicht mit allen meiner Features glücklich bin und mich selbst gerne unter Wert verkaufe, so versuche ich doch meinen Monstern zu vermitteln, dass ich mit mir im Reinen bin, und dass ich es wert bin, geliebt zu werden — wie jeder andere Mensch auch.

     

  18. Sie bestärken auch mal risikobereit zu sein. Gelegentlich stellt Furcht ein großes Hindernis dar. Angst kann eine schier unüberwindbare Hürde sein. Zum Beispiel bei meiner Tochter, die es nicht mag, im Mittelpunkt zu stehen. Referate halten, Theater spielen…. ist ihr ein Graus! Das geht so weit, dass sie an ihrem Geburtstag nicht in die Schule gehen mag, weil ihre Klassenkameraden dann für sie singen. Bisweilen sollten Kinder nicht umhin können, sich Ängsten, Befangenheit und Scheu zu stellen. Und, ganz wichtig: Diese Mauer der Furcht zu durchbrechen wagen.

     

  19. Akzeptieren, dass sie erwachsen werden. Seufz! Ich erinnere noch genau, als ich meinen Hemdenmatz zum ersten Mal im Kindergarten zurückgelassen hatte. Ich hockte in meinem Auto und habe geschluchzt. Wie oft schon gab es dieses erste Mal — das erste Mal allein zur Freundin marschiert, die erste Klassenreise mit Übernachtung, und und und. Bei jedem ersten Mal hatte ich mindestens einen fetten Kloß im Hals, schon des Öfteren habe ich Tränen vergossen. „Ach, wenn sie doch immer so klein und vorurteilsfrei blieben!“, geht es mir gelegentlich durch den Kopf. Letzten Endes aber finde ich es natürlich mega spannend zu sehen, wie sich meine Zwerge zu emanzipierten jungen Menschen entwickeln, die eines Tages flügge werden. Und in ferner Zukunft habe ich dann hoffentlich einen Anlass, mir über „Oma-Vorsätze“ Gedanken zu machen.

Gedanken einer Mutter. Auch Ihre Gedanken?   

PS: Ob Schmetterlinge tatsächlich pupsen können, wissen wir bis heute nicht sicher. Da sie ein Verdauungssystem besitzen, ist es aber anzunehmen, dass sie auch in der Lage sind, einen fahren zu lassen.

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