Frischzeug.

Es ging mir nicht gut.

Mein Kopf schmerzte seit Tagen. Der Magen hing flau im Körper und doch mußte ich den Einkauf für das Wochenende erledigen. Also schleppte ich mich mit dem Einkaufszettel in der Tasche auf dem Fahrrad Richtung Biomarkt. Dort schlurfte ich wie eine alte Frau an den Marktständen vorbei. Der Duft von frischem Brot stieg mir in die Nase, Obst und Gemüse lagen dicht gestapelt beieinander, der Käsemann lächelte, der junge Fleischer verschenkte ein Würstchen an einen Steppke, die Töpferin hielt ein Schwätzchen und die Nudelfrau zeigte auf ihren gut bestückten Probiertisch. Was für ein Angebot!

Gleich ging es mir ein bißchen besser.

Ich drehte meine Runde: kaufte Kartoffeln, Lauch, Gurke, Äpfel und Birnen, ein wenig Aufschnitt und Käse, zwei halbe Brote. Am liebsten hätte ich gleich in die Gurke gebissen! Allein dieser Gedanke hob die Stimmung in meinem flauen Magen.

Also doch noch einen Abstecher zu meinem Lieblingsitaliener. Der zaubert immer ein Herz auf den Cappucino, wenn er die geschäumte Milch in den Kaffee gießt. Ich setzte mich nach draußen unter einen sich verdünsternden Himmel – Decke über den Knien – und genoss den Cappuccino mit Herz.

Auf dem Weg nach Hause stellte ich fest: Meinem Magen ging es besser, meine Kopfschmerzen hatten eine Pause eingelegt und meine Stimmung war froh.

Was kleine Dinge doch bewegen können.

 

von Dani Parthum, 5.Dezember 2011

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