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Facebookliebe.

Petra kann nicht mehr ohne. Die 46-jährige Projektleiterin und Mutter von vier Kindern ist oft auf Facebook. Sie lässt ihre Freunde wissen, wann sie Kuchen bäckt und dass sie gerade türkise Ballerinas erstanden hat. Petra hat keine Angst vor der Datenkrake Facebook. Für sie ist das Netzwerk wie ein Freund.

Petra kann sich ein Leben ohne Facebook nicht mehr vorstellen.

Petra kann sich ein Leben ohne Facebook nicht mehr vorstellen.

Viele mir bekannte 40somethings haben ein Problem mit Facebook. Sie beharren darauf lieber Emails zu schreiben, zur Not SMS. Aber am Liebsten telefonieren sie (abends mit dem Festnetzapparat). Dabei – Hand auf die Tastatur – ist die Gruppendiskussion mit Facebook so viel leichter. Oder das „in Kontakt bleiben“ mit alten Freunden und Ferienbekanntschaften. Auch wir bei Sakida organisieren viel über eine geschlossene Facebook Gruppe. Was wir allerdings nicht machen: Viel Privates auf der Pinnwand preisgeben – auch wenn die nur die so genannten Freunde lesen. Vor allem der ungeklärte Datenschutz stimmt viele User misstrauisch. Andere dagegen scheinen ihr halbes Leben online auf der Pinnwand zu verbringen – wie Petra.

Zeit für einen kleinen Chat.

Sakida: Du und Facebook – war das Liebe auf den ersten Klick?

Petra: Ja, würde ich schon sagen. Ich habe ziemlich schnell erkannt, welche Möglichkeiten das Medium mir bietet – nicht nur die bestehenden, laufenden Freundschaften leichter und entspannter zu pflegen, sondern ich habe auch schnell gemerkt wie einfach ich viele alte Freunde finden konnte.

Sakida:  Wie ging das los?

Petra: Ich habe eigentlich zufällig begonnen. Im April/Mai 2010 und wollte nur der Gruppe gegen die Gebührenerhöhung Kindergarten o.ä. beitreten…

Sakida: Verstehst Du alle Facebook Privacy Funktionen? Oder spielen die keine große Rolle für Dich?

Petra: Ja, ich steige durch die Funktionen schon grundsätzlich durch, nutze aber nicht alle. Gruppen bzw. Listen sind für mich nicht wichtig, d.h. ich habe meine Freunde dahingehend gar nicht sortiert. Für mich macht das auch keinen Sinn, da ich es gerade besonders schön finde, dass sich viele meiner Freunde mischen in den Threads. Teilweise poste ich allerdings benutzerdefiniert, wobei ich dann lediglich ein paar Chefs ausschließe. Ach – und mal eins der großen Kinder. Wichtig sind nur die Einstellungen, die Außenstehende betreffen. Also, dass ich sicherstelle, dass meine Pinnwand nicht offen ist und auch meine Fotos nicht.

Sakida: Bist Du mit Deinen großen Kindern befreundet? Was lassen sie Dich sehen?

Petra: Ja, ich bin mit beiden befreundet. Sie sind 21 und 15 Jahre alt und ich vermute, sie lassen mich das meiste sehen. Da passiert aber manchmal weniger als bei mir!

Sakida: Na ja, bei Dir passiert ja auch sehr viel! Du hast ja sicher mit Job und vier Kindern ohnehin ein bewegtes Leben, dieses führst Du teilweise öffentlich auf Facebook weiter. Die meisten Leute in unserem Alter können soviel Offenheit nur schwer verstehen.

Petra: Ich telefoniere ungern… Nein, im Ernst, ich poste zu einigen Zeiten viel und finde das entspannend und ausgesprochen lustig. Manchmal ist es einfach auch nur Blödsinn. Ich poste nie irgendetwas sehr persönliches und gebe nur preis, was ich auch in der Kneipe oder auf dem Spielplatz erzählen würde. Wenn ich wenig Zeit habe oder mir partout nichts postenswertes einfällt, kann ich auch die Klappe halten oder schreibe persönliche Nachrichten.

Sakida: Wie wichtig sind Dir Kommentare?

Petra: Offensichtlich erfreuen sich die Meisten über meine Posts… Ich habe eigentlich immer Kommentare und die sind mir wichtig, manchmal bis an die 100 Stück! Das freut mich und es kam schon zu den unglaublichsten lustigen Threads.

Sakida: Könntest Du Dir eine Woche ohne Facebook  vorstellen?

Petra: Ich kann mir eine Woche ohne Facebook vorstellen – aber dann weinen meine Freunde…haha, nein, es würde schwer werden und ich schaue wenn ich im Urlaub bin auch zumindest Abends mal rein. Erschwerend kommt dann dazu, dass ich ja auch noch die Firmenseite (eine Personalvermittlung) betreue, beposte und monitore…das ist also ganz mein Job!

Sakida: Das heißt Du bist immer online?

Petra: Übers Handy in jedem Fall.

Sakida: Sind Deine kleineren Kinder davon manchmal genervt?

Petra: Nein, sind sie nicht….(glaube ich). Ich kann schon unterscheiden was grad wichtig ist. Außer es ist für die Firmenseite, das ist Arbeit, da müssten sie mal warten. Aber das passiert in der Regel vormittags und das verstehen die Beiden auch.

Sakida: Der Klassiker: Alte Jugendlieben tauchen gerne auf Facebook wieder auf, man erinnert sich – und eins ergibt das andere. Schon passiert?

Petra: Wie lustig, ja das soll vorkommen. Bei mir ergab sich bisher nicht „das andere“ – aber ich freue mich wahnsinnig über so viele wirklich alte Freunde, die sich zum Teil auch alle untereinander kennen. Der Teil beträgt bestimmt 1/3 meiner Freunde. Und im Gegensatz zu anderen kenne ich tatsächlich alle (bis auf eine Handvoll) der Menschen in meiner Liste und !!! treffe auch richtig viele regelmäßig und spontan und einfach…dank…na? Facebook!

Sakida: Wieviele Online- Zögerline hast Du schon davon überzeugt der Facebook Community beizutreten?

Petra: Mmmh, schwer. Vielleicht so 10 Leute höchstens. Ich bewerbe Facebook jetzt nicht so besonders.

Sakida: Dein Fazit: Facebook ist eine der wichtigsten Errungenschaften der letzten Jahre, weil…

Petra: …weil sich mein Freundeskreis deutlich erweitert hat und mein Leben damit bereichert!

 

Sandra Coy, April 2012

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