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Der schwarze Fleck der GLS-Bank.

Für die GLS Bank sind Transparenz und Gemeinwohl Grundpfeiler ihres Selbstverständnisses. Sie ist die älteste der ethisch-ökologischen Banken in Deutschland. Wer ein Konto bei der kleinen GLS mit Sitz in Bochum hat, über sie Solarfonds hält oder für die Rente spart, weiß, was mit seinem Geld passiert. Die Bankkunden können sogar mitbestimmen, welchen Branchen ihr Erspartes zugute kommen soll. Umso erstaunlicher ist die Tatsache, dass das genossenschaftliche Geldinstitut, das seine Geldgeschäfte so transparent offenlegt, seit mehr als einem Jahrzehnt eines verschweigt: seine Hauptkapitalgeber.

von Dani Parthum, 13. April 2012

Die Hauptkapitalgeber sind nicht etwa die Mitglieder der Genossenschaft, sondern die so genannten stillen Anteilseigner! Ausgerechnet die neuen EU-Regeln für Banken, ab 2013 mehr eigenes Kapital als Verlustpuffer vorhalten müssen – auch als Folge der Finanzkrise –, räumt jetzt in der GLS Bank mit dieser gravierenden Intransparenz und auch internen Ungleichbehandlung auf.

Stattliche Zinsen bei der GLS

Die stillen Anteilseigner erhalten auf ihre Kapitaleinlage bis zu 7 Prozent Zinsen im Jahr, sie werden damit am Gewinn der Bank beteiligt. Die Genossen, als haftende Teilhaber der Bank, erhalten dagegen keinen Cent auf das von ihnen zur Verfügung gestellte Kapital. So will es die Philosophie der GLS Bank. Ihr Anspruch ist, das Gemeinwohl zu fördern und nicht das Vermögen Einzelner zu mästen. Geben-Leihen-Schenken eben! Bei ihren stillen Anteilseigner hat sie dieses Prinzip durchbrochen – in großem Stil. Denn das Fundament der GLS Bank, das Eigenkapital, stellen mit 82 Millionen Euro die stillen Anteilseigner. Sie haben der Bank fast zweieinhalb Mal soviel an Kapital überlassen, wie die Genossen eingezahlt haben.

Ein Makel, der sich etwa seit der Jahrtausendwende parallel zur steigenden Beliebtheit der Bank auswuchs. Tausende neue Kunden vertrauten der nachhaltig wirtschaftenden Bank ihr Geld an, wurden aber nicht gleichzeitig Kapital gebende Mitglieder. Ohne neues Eigenkapital aber kann die GLS mit den vielen neuen Geldeinlagen nur wenig anfangen. Denn immer, wenn sie einen Kredit an ein gemeinnütziges Projekt vergibt, muss sie dafür einen Verlustpuffer beiseite legen. Und den nimmt sie aus ihrem Eigenkapital. Ohne zusätzliches Eigenkapital kann eine Bank mit neuen Kundengeldern also gar nichts anfangen! Und so nahm die GLS stille Anteilseigner auf, und verzinste ihnen ihren Anteil stattlich.

Abstimmung auf der Generalversammlung der GLS Bank

Abstimmung auf der Generalversammlung der GLS Bank

 

80 Millionen Euro braucht die GLS

Die neue Bankenregulierung „Basel III“ sieht solche stillen Beteiligungen aber nicht mehr als Eigenkapital einer Bank an. Deshalb muss die GLS bis übernächstes Jahr diese Anteile mit Genossenschaftsanteilen ersetzt haben – mehr als 80 Millionen Euro also! Ein ambitioniertes Unterfangen. Gelingt das nicht, und die Gefahr besteht durchaus, müsste die Bank drastisch schrumpfen. Sie könnte dann nicht mehr so viele gesellschaftlich relevante und wichtige Projekte unterstützten.

Um Kunden und bisher lediglich Interessierte dazu zu bewegen, der GLS langfristig Geld als Eigenkapital zu überlassen und Genossen zu werden, hat die außerordentliche Generalversammlung der GLS mit großer Mehrheit Ende 2011 beschlossen, künftig auf alle Genossenschaftsanteile eine Dividende zu zahlen. Sie soll zwischen 2 und 4 Prozent liegen.

Sozialisierte Rendite

Damit hat sich die GLS Bank auf den ersten Blick in die Reihe der Banken eingereiht, die ihre Anteilseigner am Gewinn beteiligen, bei denen Rendite zählt statt Nachhaltigkeit und Gemeinsinn – also in die Reihe der Groß- und Investmentbanken. Aber nur auf den ersten Blick. Denn die Bank hat gleichzeitig eine Stiftung gegründet für all jene Genossen, die ihren Gewinnanteil nicht haben wollen, sondern ihn der Allgemeinheit zugute kommen lassen möchten. Diese Dividende fließt an die Bank zurück und stärkt das Geschäftsmodell vom sinnvoll verwendeten Geld, etwa durch günstige Kredite an soziale Projekte, Bildungs- oder Kulturstätten.

Der Verzicht auf Rendite – und damit das Mehren des eigenen Vermögens auf Kosten anderer -, bleibt damit Grundpfeiler der GLS Bank. Das Beispiel zeigt aber, wie schwierig es in unserer Gesellschaft ist, anderen das eigene Geld anzuvertrauen, ohne eigenen Vorteil, sondern nur, um anderen zu helfen, ein sinnvolles Leben zu führen, die Gemeinschaft zu stärken, die Umwelt zu schonen. Die GLS ist nach eigener Aussage aber auf einem guten Weg, und das muss sie auch, will sie weiterhin als Gegenentwurf zu den großen Universalbanken beweisen, dass sich mit Geld viel Gutes für Alle bewirken lässt. Die immer noch schwelende Finanzkrise hat der Bank jedenfalls eine Vielzahl neuer Kunden beschert. Sie hofft, dass auch viele neue Genossenschaftsmitglieder darunter sein werden.


Fotos
: @gls-bank auf flickr.com

 

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